Millionen Verbraucher in Deutschland leiden unter dem Status einer negativen Zahlungshistorie. Dahinter verbirgt sich ein Negativeintrag bei der Schufa in Wiesbaden. Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die Daten zum Vertragsverhalten von mehr als 60 Millionen Bundesbürgern sammelt. Sie arbeitet unter anderem mit Banken und Telekommunikationsgesellschaften zusammen.
Auch Studenten sind immer häufiger von negativen Schufaeinträgen betroffen. Kann eine Handyrechnung nicht bezahlt werden, führt dies – nach einigen Mahnungen und der Kündigung des Mobilfunkvertrages – zu einem negativen Eintrag im Datenbestand der Schufa. Dieser wiederum ist für Banken ersichtlich und führt häufig zur Ablehnung eines Kreditkartenantrags. Dasselbe gilt für Versandhausrechnungen oder Ratenzahlungen im Elektronikmarkt.
Studenten-Kreditkarte: Negative Schufaeinträge nicht immer Ablehnungsgrund
Ist ein Negativmerkmal erst einmal vorhanden, müssen Betroffene für sehr lange Zeit damit leben. Die Schufa löscht negative Einträge erst nach Ablauf von drei vollen Kalenderjahren nach ihrer vollständigen Erledigung. Unter vollständiger Erledigung wird die Rückzahlung der unstrittigen Verbindlichkeiten in voller Höhe bezeichnet. Wer im September 2008 einen Negativeintrag erhalten hat, der einen Monat später erledigt wurde, kann mit der Löschung zum 23.12.2011 rechnen.
Studenten mit negativem Schufaeintrag können allerdings trotz der Auskunftei-Bürde an eine Kreditkarte gelangen. Bei erledigten Schufaeinträgen, die sich auf Beträge unter 1.000 Euro beziehen, lohnt es sich, bei Banken im Rahmen der regulären Angebote nachzufragen.
Bezog sich der Eintrag auf einen größeren Betrag oder lehnen Banken strikt die Ausstellung einer Kreditkarte ab, können Prepaid-Kreditkarten und Kreditkarten gegen Kaution helfen. Beide Varianten sind trotz negativer Bonität bei vielen Banken erhältlich. Es gibt sie sowohl als Visacard als auch als Mastercard.
Prepaid-Kreditkarten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis – es kann nur mit der Karte gezahlt werden, wenn zuvor für eine ausreichende Deckung auf dem Kartenkonto gesorgt wurde. Das Kartenkonto kann per Überweisung vom Girokonto der Hausbank aufgeladen werden. Die Karten können an allen Akzeptanzstellen eingesetzt werden, bei denen während des Bezahlvorgangs die Kartendeckung geprüft wird. Insbesondere Online-Zahlungen sind problemlos möglich. Darüber hinaus kann mit Kreditkarten auf Guthabenbasis Geld am Automaten abgehoben werden.
Wer sich mit der Prepaid-Version nicht zufrieden geben möchte, kann versuchen, mit einer Bank die Ausstellung einer Kreditkarte gegen Kaution zu vereinbaren. Auch wenn die meisten Banken diese Möglichkeit nicht aktiv bewerben, bieten sie dennoch solche Modelle an.
Das Prinzip einer Kreditkarte gegen Kaution ist einfach: Die Bank räumt einen „echten“ Kreditrahmen ein, der vom Besitzer der Kreditkarte durch die Hinterlegung einer Sicherheit abgedeckt wird. In der Regel handelt es sich bei dieser Sicherheit um ein Sperrkonto, dessen Guthaben sich auf das Doppelte des eingeräumten Kreditrahmens beläuft.
Mit einer Kreditkarte gegen Kaution lässt sich überall dort bezahlen, wo Visa bzw.- Mastercard willkommen sind. Das Hinterlegen der Kaution mag zwar zunächst schmerzen, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind. Da es sich bei der Kreditkarte aber um ein gewöhnliches Angebot handelt, fallen die Gebühren üblicherweise sehr viel günstiger aus als bei Prepaid-Kreditkarten.